Steppen Graurinder

Steppen Graurinder

Das graue ungarische Steppenrind gehört inzwischen zu den selten gewordenen Haustierrassen. Es ist schlank, und hochbeinig. Mit einer Höhe von Bullen 145 bis 155 cm, bei der Kuh 135 bis 140, und einem Gewicht beim Bullen 800 bis 960 kg, bei der Kuh 500 bis 600 kg eine imposante Erscheinung. Die meist genau nach oben weisenden Hörner sind lang, gebogen und ausladend, und können bis zu 80 cm lang sein. Es kam wahrscheinlich im 9. Jahrhundert mit der Einwanderung der Ungarn aus deren vorheriger Heimat im Osten ins Ungarische Tiefland. Diese alte Haustierrasse kommt in diesem Gebiet seit Jahrhunderten vor. Das Graurind war immer auf den großen Gutshöfen beheimatet und galt als das Rind der wohlhabenden Leute, der Adeligen und Gutsbesitzer. Das robuste Steppenrind war nicht nur ein zuverlässiger Milch- und wichtiger Fleischlieferant, auch sein Fell schützte die Hirten im ganzen Jahr vor Regen, Sonnenschein und Schnee. Es wurde auch als Arbeitstier verwendet, das in der Lage war, schwere Lasten zu ziehen. Es übersteht problemlos die extremen klimatischen Veränderungen, die harten Winter ebenso wie den heißen Sommer. Es verbringt das ganze Jahr unter freiem Himmel – im Stall fühlt es sich nicht wohl.

Vor hundert Jahren kam dann das graue ungarische Steppenrind außer Mode. Da man derzeit anfängt sich auf Altes und Bewährtes zu besinnen, geht man wieder dazu über sich der Zucht und dem Erhalt der Graurindrasse zu widmen und es somit vor dem Aussterben zu bewahren. Im Seegebiet des Nationalparks Neusiedlersee wurde mit der Zucht der Rinder vor einigen Jahren begonnen. Eine Herde von rund 500 Tieren weidet inzwischen auf der österreichischen Seite, und ca. 1000 Tieren auf der ungarischen Seite. Damit kann die landseitige Verschilfung verhindert und wertvoller Lebensraum für Vogel- und Pflanzenarten erhalten werden. Um den Herdenbestand zu sichern, werden nur wenige Tiere pro Jahr geschlachtet.